Gute Teamarbeit: 10 goldene Regeln & die 3 Säulen

Was unterscheidet ein Team, das gemeinsam mehr schafft, von einer Gruppe, die bloß nebeneinander arbeitet? Hier finden Sie die 10 goldenen Regeln der Teamarbeit, die 3 Säulen, auf denen sie ruhen, und zu jeder Regel ein Praxisbeispiel samt passender Teambuilding Maßnahme.

Aktualisiert: 03.10.2026Lesezeit: ca. 13 MinutenVon: Redaktion Teambuilding-Kompass
Illustration der 3 Säulen der Teamarbeit: Vertrauen, Kommunikation und gemeinsames Ziel tragen ein gemeinsames Dach

Das Wichtigste in Kürze

  • Erfolgreiche Teamarbeit ruht auf drei Säulen: Vertrauen, Kommunikation und einem gemeinsamen Ziel.
  • Die 10 goldenen Regeln der Teamarbeit übersetzen diese Säulen in konkretes Verhalten – vom Zielklären bis zur regelmäßigen Reflexion.
  • Der wichtigste Erfolgsfaktor ist psychologische Sicherheit: Alle dürfen fragen, zweifeln und Fehler zugeben.
  • Regeln wirken nur, wenn das Team sie selbst formuliert – nutzen Sie unsere Teamvereinbarung als Vorlage.
  • Gezielte Teambuilding Maßnahmen machen Regeln erlebbar und helfen, sie im Alltag zu verankern.

Die 3 Säulen der Teamarbeit

Bevor es um einzelne Regeln geht, lohnt sich ein Blick auf das Fundament. Ganz gleich, ob ein Projektteam in der Softwareentwicklung, eine Pflegestation oder ein Vertriebsteam: Zusammenarbeit funktioniert dann gut, wenn drei Dinge gleichzeitig vorhanden sind. Fehlt eine dieser Säulen, wackelt das ganze Gebäude – und zwar unabhängig davon, wie fachlich stark die einzelnen Mitglieder sind.

Schaubild: Die 3 Säulen der Teamarbeit – Vertrauen, Kommunikation, gemeinsames Ziel
Die 3 Säulen der Teamarbeit: Vertrauen, Kommunikation und gemeinsames Ziel tragen sich gegenseitig.

Säule 1: Vertrauen

Vertrauen hat im Team zwei Seiten. Da ist zum einen das Vertrauen in die Verlässlichkeit: Ich kann mich darauf verlassen, dass meine Kollegin ihren Teil rechtzeitig und in guter Qualität liefert. Und da ist das Vertrauen in die Person: Ich weiß, dass niemand mich bloßstellt, wenn ich eine Wissenslücke zugebe. Beides wächst langsam und kann schnell zerstört werden – durch gebrochene Zusagen genauso wie durch einen abfälligen Kommentar im Meeting.

Säule 2: Kommunikation

Gemeint ist nicht die Menge an Nachrichten, sondern deren Qualität. Gute Teamkommunikation bedeutet: Informationen kommen bei denen an, die sie brauchen; Erwartungen werden ausgesprochen statt vorausgesetzt; Probleme werden früh benannt. Viele Teams leiden weniger unter zu wenig als unter ungeordneter Kommunikation – zu viele Kanäle, unklare Zuständigkeiten, Entscheidungen, die irgendwo im Chat verschwinden.

Säule 3: Gemeinsames Ziel

Ein Team ohne geteiltes Ziel ist eine Arbeitsgruppe. Erst wenn alle wissen, wofür sie zusammenarbeiten und woran Erfolg gemessen wird, können sie Prioritäten abstimmen und Zielkonflikte offen verhandeln. Das Ziel sollte konkret genug sein, um Entscheidungen im Alltag zu leiten – „Wir wollen gut sein“ reicht dafür nicht.

Säulen-Check in 5 Minuten

Bitten Sie Ihr Team, jede Säule anonym auf einer Skala von 1 bis 5 zu bewerten. Die Säule mit dem niedrigsten Durchschnittswert ist Ihr Startpunkt – und gibt die Richtung für die nächste Teambuilding Maßnahme vor.

Die 10 goldenen Regeln der Teamarbeit

Die folgenden Regeln für gute Teamarbeit sind keine starren Gebote, sondern bewährte Leitplanken. Zu jeder Regel finden Sie eine kurze Erklärung, ein Beispiel aus dem Arbeitsalltag und eine Teambuilding Maßnahme, mit der Sie das Thema erlebbar machen.

1. Ein gemeinsames Ziel klären

Jedes Teammitglied sollte das Ziel in eigenen Worten wiedergeben können. Klingen die Antworten sehr unterschiedlich, liegt hier die erste Baustelle. Ein gutes Teamziel ist überprüfbar, zeitlich eingegrenzt und für alle relevant.

Praxisbeispiel: Ein Marketingteam streitet regelmäßig über Prioritäten. In einem Gespräch stellt sich heraus, dass die eine Hälfte auf Reichweite, die andere auf qualifizierte Anfragen optimiert. Erst nachdem das Team sich auf eine gemeinsame Kennzahl geeinigt hat, werden die Diskussionen kürzer und sachlicher.

Passende Teambuilding Maßnahme: Eine Bau- oder Planungsaufgabe, bei der mehrere Kleingruppen an einem gemeinsamen Ergebnis arbeiten. Beim Format Future City 4.0 etwa entwickeln Teams gemeinsam das Modell einer Zukunftsstadt – wer das große Bild aus den Augen verliert, merkt es spätestens beim Zusammensetzen.

2. Rollen und Verantwortungen festlegen

Unklare Zuständigkeiten sind eine der häufigsten Ursachen für Reibung. Wenn mehrere Personen glauben, eine Aufgabe gehöre ihnen – oder niemand –, entstehen Doppelarbeit und Lücken. Klären Sie deshalb, wer entscheidet, wer mitarbeitet, wer informiert werden muss.

Praxisbeispiel: In einem IT-Projekt gehen Kundenanfragen per Mail an drei Personen. Jede wartet darauf, dass jemand anderes antwortet. Eine einfache Verantwortungsmatrix, in der für jede Aufgabe genau eine verantwortliche Person steht, löst das Problem innerhalb einer Woche.

Passende Teambuilding Maßnahme: Kooperationsspiele mit begrenzten Ressourcen, bei denen das Team Positionen und Aufgaben selbst verteilen muss. Bei Team 11 stellen Gruppen mit einem Budget ihre eigene Fußballmannschaft zusammen und treten anschließend im Turnier an – Rollenverteilung und Strategie werden dabei sofort sichtbar.

3. Offen und respektvoll kommunizieren

Offenheit heißt, Dinge anzusprechen, bevor sie zu Problemen werden. Respekt heißt, dabei die Sache zu kritisieren und nicht die Person. Beides zusammen ermöglicht klare Worte ohne verletzte Gefühle. Hilfreich sind Ich-Botschaften („Mir fehlt noch die Freigabe“) statt Vorwürfen („Du hast mal wieder vergessen …“).

Praxisbeispiel: Ein Teamleiter merkt, dass in Besprechungen immer dieselben drei Personen sprechen. Er führt eine kurze Runde ein, in der zu Beginn alle reihum ihren Stand nennen. Nach wenigen Wochen melden sich auch die ruhigeren Kolleginnen und Kollegen häufiger von selbst zu Wort.

Passende Teambuilding Maßnahme: Übungen, bei denen eine Botschaft präzise übermittelt werden muss, zum Beispiel Rücken-an-Rücken-Zeichnen oder ein Blind-Parcours. Viele weitere Ideen finden Sie in unserer Sammlung kurzer Teambuilding Spiele für Erwachsene.

4. Aktiv zuhören

Zuhören ist mehr als Schweigen, bis man selbst wieder dran ist. Aktives Zuhören bedeutet nachfragen, zusammenfassen und den eigenen Standpunkt erst einmal zurückstellen. Gerade in Diskussionen unter Zeitdruck geht diese Fähigkeit schnell verloren.

Praxisbeispiel: In einer Kundendienstabteilung gilt seit Kurzem: Bevor jemand einem Vorschlag widerspricht, fasst er den Vorschlag in einem Satz zusammen. Das verlangsamt die Diskussion zunächst, verhindert aber viele Missverständnisse.

Passende Teambuilding Maßnahme: Gesprächsübungen in Zweiergruppen mit festen Rollen (Erzählen, Zuhören, Zusammenfassen) oder eine Teamwanderung mit Reflexions-Stopps, bei denen die Paare immer wieder wechseln.

5. Zusagen einhalten und Vertrauen aufbauen

Vertrauen entsteht durch viele kleine, eingehaltene Versprechen. Wer zusagt, bis Donnerstag zu liefern, liefert bis Donnerstag – oder meldet sich rechtzeitig, wenn es nicht klappt. Diese Verlässlichkeit ist im Alltag oft wichtiger als große Gesten.

Praxisbeispiel: Ein verteiltes Team führt ein einfaches Board ein, auf dem jede Person ihre Wochenzusagen einträgt. Es geht nicht um Kontrolle, sondern um Transparenz. Wer merkt, dass er es nicht schafft, sagt das im Stand-up – und bekommt Unterstützung statt Kritik.

Passende Teambuilding Maßnahme: Aufgaben, bei denen jede Person für einen Teil des Gesamtergebnisses verantwortlich ist, etwa Floßbau oder Kooperationsaufgaben im Freien. Ideen dafür sammelt unser Beitrag zu Outdoor Teambuilding.

6. Feedback geben und annehmen

Feedback ist die Rückmeldung, ohne die kein Team besser wird. Gutes Feedback ist konkret, zeitnah und beschreibt Verhalten und Wirkung. Genauso wichtig ist es, Feedback annehmen zu können, ohne sich sofort zu rechtfertigen – ein einfaches „Danke, darüber denke ich nach“ reicht oft.

Praxisbeispiel: Eine Projektgruppe beendet jeden Sprint mit fünf Minuten „Plus/Delta“: Was hat gut funktioniert, was sollten wir ändern? Weil das Format fest eingeplant ist, fühlt sich niemand persönlich angegriffen.

Passende Teambuilding Maßnahme: Eine Wertschätzungsrunde, in der jede Person konkrete positive Rückmeldungen erhält, ist ein sanfter Einstieg. Für kritisches Feedback eignet sich ein moderierter Teambuilding Workshop mit klaren Gesprächsregeln.

7. Konflikte früh und sachlich klären

Konflikte sind normal und können ein Team sogar voranbringen – solange sie über Inhalte geführt werden. Problematisch wird es, wenn Spannungen ignoriert werden und sich auf die Beziehungsebene verlagern. Je früher ein Konflikt angesprochen wird, desto leichter lässt er sich lösen.

Praxisbeispiel: Zwei Senior-Entwickler blockieren sich seit Wochen bei Architekturentscheidungen. Statt abzuwarten, lädt die Teamleiterin beide zu einem moderierten Gespräch ein, in dem zuerst die gemeinsamen Ziele, dann die unterschiedlichen Annahmen besprochen werden. Am Ende steht eine Entscheidungsregel für künftige Fälle.

Passende Teambuilding Maßnahme: Ein reines Spaß-Event überdeckt Konflikte eher, als dass es sie löst. Bei festgefahrenen Spannungen ist ein neutrales Teamcoaching mit externer Begleitung meist der bessere Weg. Typische Konfliktmuster je Teamphase beschreiben wir im Artikel zu den Phasen der Teamentwicklung.

8. Wissen teilen

Wissen, das nur in einem Kopf steckt, ist ein Risiko für das ganze Team. Wer Erfahrungen, Kontakte und Kniffe weitergibt, macht das Team robuster gegen Urlaub, Krankheit und Kündigung – und signalisiert, dass Zusammenarbeit wichtiger ist als Einzelerfolg.

Praxisbeispiel: Ein Vertriebsteam führt monatlich eine 30-minütige „Lernrunde“ ein: Eine Person stellt einen gewonnenen oder verlorenen Auftrag vor und erklärt, was sie daraus gelernt hat. Neue Teammitglieder finden sich dadurch spürbar schneller zurecht.

Passende Teambuilding Maßnahme: Rätsel- und Escape-Formate, bei denen jede Gruppe nur einen Teil der Informationen besitzt und das Ergebnis nur durch Austausch gelingt. Für Remote-Teams gibt es solche Formate auch online – mehr dazu unter virtuelles Teambuilding.

9. Erfolge gemeinsam feiern

In vielen Teams jagt ein Projekt das nächste, ohne dass Erreichtes gewürdigt wird. Dabei stärkt bewusstes Feiern das Wir-Gefühl und macht sichtbar, wofür sich die Anstrengung gelohnt hat. Feiern heißt nicht zwingend Party – auch ein ehrliches Dankeschön im Teammeeting zählt.

Praxisbeispiel: Nach einem schwierigen Systemwechsel lädt eine Abteilungsleiterin das Team zu einem gemeinsamen Frühstück ein und erzählt die Geschichte des Projekts aus ihrer Sicht – inklusive der Momente, in denen einzelne Personen den Unterschied gemacht haben.

Passende Teambuilding Maßnahme: Ein gemeinsames Kochevent oder ein Krimi-Dinner. Wetterunabhängige Ideen finden Sie in unserem Überblick zu Indoor Teambuilding.

10. Die Zusammenarbeit regelmäßig reflektieren

Die letzte Regel hält alle anderen lebendig. Teams, die in festen Abständen innehalten und fragen „Wie arbeiten wir eigentlich zusammen?“, erkennen Probleme früher und passen ihre Regeln an veränderte Bedingungen an. Ohne Reflexion verkommen Teamregeln schnell zu einem vergessenen Dokument.

Praxisbeispiel: Ein Verwaltungsteam übernimmt die Retrospektive aus der agilen Softwareentwicklung: Einmal im Monat werden in 45 Minuten drei Fragen besprochen – was beibehalten, was lassen, was ausprobieren? Die Ergebnisse fließen direkt in die Teamvereinbarung ein.

Passende Teambuilding Maßnahme: Jede gute Teambuilding Maßnahme endet mit einem Debriefing. Professionell moderierte Teambuilding Maßnahmen mit anschließender Reflexion verbinden das gemeinsame Erlebnis mit konkreten Erkenntnissen für den Arbeitsalltag.

Psychologische Sicherheit: der unsichtbare Erfolgsfaktor

Den Begriff psychologische Sicherheit hat vor allem die Harvard-Professorin Amy Edmondson geprägt. Sie beschreibt damit die gemeinsame Überzeugung in einem Team, dass man zwischenmenschliche Risiken eingehen kann: eine vermeintlich dumme Frage stellen, einen Fehler zugeben, eine Idee äußern, die noch nicht ausgereift ist, oder der Führungskraft widersprechen. Edmondson stieß auf das Thema bei der Untersuchung von Krankenhausteams und stellte fest, dass gut funktionierende Teams nicht unbedingt weniger Fehler machten – sie sprachen nur offener darüber und konnten deshalb daraus lernen.

Bekannt wurde das Konzept einer breiten Öffentlichkeit durch Googles Project Aristotle. In dieser internen Untersuchung wollte das Unternehmen herausfinden, was seine erfolgreichsten Teams auszeichnet. Das Ergebnis: Weniger die Zusammensetzung des Teams als vielmehr die Art der Zusammenarbeit machte den Unterschied. Psychologische Sicherheit erwies sich dabei als die wichtigste von fünf Dynamiken – neben Verlässlichkeit, Struktur und Klarheit, Bedeutung der Arbeit und der Überzeugung, mit der eigenen Arbeit etwas zu bewirken.

Wichtig ist eine Abgrenzung: Psychologische Sicherheit bedeutet nicht, dass alle immer nett zueinander sind oder Leistung keine Rolle spielt. Im Gegenteil – erst in einem sicheren Klima können hohe Ansprüche offen verhandelt werden, ohne dass Angst die Kommunikation lähmt.

So fördern Sie psychologische Sicherheit im Alltag

  • Fragen Sie aktiv nach Gegenpositionen: „Was übersehen wir gerade?“
  • Reagieren Sie auf schlechte Nachrichten mit Dank statt mit Ärger – sonst kommen sie künftig zu spät.
  • Geben Sie als Führungskraft eigene Fehler und Unsicherheiten zu.
  • Rahmen Sie neue Aufgaben ausdrücklich als Lernfeld, in dem Fehler erwartet werden.
  • Unterbinden Sie abwertende Kommentare konsequent, auch wenn sie als Scherz gemeint sind.
Praxis-Tipp

Teambuilding Maßnahmen mit spielerischem Charakter senken die Hemmschwelle, Fehler zu machen und darüber zu lachen. Nutzen Sie das anschließende Debriefing, um bewusst die Brücke zu schlagen: „Wie gehen wir im Arbeitsalltag mit Fehlern um – und was können wir aus dem Spiel übernehmen?“

Merkmale guter und schlechter Teamarbeit

Woran erkennen Sie, wo Ihr Team steht? Die folgende Gegenüberstellung hilft bei einer ehrlichen Standortbestimmung. Meist liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen – entscheidend ist die Richtung.

BereichGute TeamarbeitSchlechte Teamarbeit
ZieleAlle kennen das Ziel und können es erklärenJeder verfolgt eigene Prioritäten
RollenZuständigkeiten sind klar und akzeptiertDoppelarbeit, Lücken, „Das ist nicht mein Job“
MeetingsViele Stimmen, klare EntscheidungenWenige dominieren, Entscheidungen bleiben offen
FehlerWerden früh gemeldet und gemeinsam analysiertWerden versteckt oder Schuldige gesucht
KonflikteSachlich, offen, zeitnahUnterschwellig, persönlich, im Flurfunk
WissenWird dokumentiert und weitergegebenLiegt bei Einzelnen, Kopfmonopole
FeedbackRegelmäßig, konkret, in beide RichtungenSelten, vage oder nur im Jahresgespräch
StimmungHumor, gegenseitige Hilfe, Wir-GefühlRückzug, Zynismus, „Dienst nach Vorschrift“

Erkennen Sie in der rechten Spalte mehrere Punkte wieder, ist das kein Grund zur Panik, aber ein Anlass zum Handeln. Ein moderierter Teamtag mit klarer Zielsetzung ist häufig ein guter erster Schritt. Wie Sie ihn organisieren und was er kostet, lesen Sie im Ratgeber Teambuilding planen und Kosten kalkulieren.

Teamvereinbarung: Vorlage mit Beispiel-Regeln

Eine Teamvereinbarung (auch Team-Charta oder Teamregeln) hält fest, wie ein Team zusammenarbeiten möchte. Der Wert liegt weniger im Dokument als im Prozess: Wer gemeinsam über Regeln diskutiert, klärt dabei Erwartungen, die sonst unausgesprochen bleiben.

In fünf Schritten zur eigenen Teamvereinbarung

  1. Erfahrungen sammelnJede Person notiert, wann sie Zusammenarbeit als besonders gut oder besonders mühsam erlebt hat – im aktuellen oder in früheren Teams.
  2. Muster erkennenDie Notizen werden geclustert. Welche Verhaltensweisen tauchen immer wieder auf?
  3. Regeln formulierenAus den Clustern entstehen konkrete, beobachtbare Regeln. „Wir sind respektvoll“ ist zu vage; „Wir lassen einander ausreden“ lässt sich überprüfen.
  4. PriorisierenReduzieren Sie auf fünf bis zehn Regeln. Mehr merkt sich niemand.
  5. Sichtbar machen und überprüfenHängen Sie die Vereinbarung im Teamraum oder im digitalen Teamkanal auf und planen Sie nach vier bis sechs Wochen einen Termin zur Überprüfung ein.
Vorlage: Beispiel-Regeln zum Übernehmen

Passen Sie die Formulierungen an Ihr Team an – oder nutzen Sie sie als Diskussionsgrundlage.

  1. Ziel: Wir beginnen jedes Quartal mit einem gemeinsamen Blick auf unsere Ziele und prüfen Prioritäten daran.
  2. Verantwortung: Jede Aufgabe hat genau eine verantwortliche Person.
  3. Erreichbarkeit: Wir antworten auf Nachrichten im Teamkanal innerhalb eines Arbeitstags; Dringendes klären wir telefonisch.
  4. Meetings: Jedes Meeting hat eine Agenda und endet mit festgehaltenen Entscheidungen und nächsten Schritten.
  5. Ausreden lassen: Wir lassen einander ausreden und fragen nach, bevor wir widersprechen.
  6. Zusagen: Wenn wir eine Frist nicht halten können, sagen wir es, sobald wir es wissen.
  7. Fehler: Fehler sprechen wir offen an. Wir suchen nach Ursachen, nicht nach Schuldigen.
  8. Feedback: Kritik äußern wir direkt bei der betroffenen Person – nicht über Dritte.
  9. Fokuszeit: Dienstag- und Donnerstagvormittag sind meetingfreie Zeiten für konzentriertes Arbeiten.
  10. Reflexion: Einmal im Monat nehmen wir uns 45 Minuten Zeit für eine Retrospektive.

Der Workshop zur Teamvereinbarung lässt sich gut mit einer kurzen Kooperationsübung zum Einstieg verbinden. Das Erlebnis liefert gemeinsame Beobachtungen, an denen sich die Diskussion über Regeln festmachen lässt.

Die Rolle der Führung für erfolgreiche Teamarbeit

Regeln entstehen im Team – aber ob sie gelebt werden, hängt stark von der Führungskraft ab. Mitarbeitende orientieren sich weniger an dem, was gesagt wird, als an dem, was vorgelebt und toleriert wird. Eine Führungskraft, die selbst unvorbereitet ins Meeting kommt, wird kaum durchsetzen können, dass Meetings eine Agenda haben.

Für gute Teamarbeit übernimmt Führung vor allem vier Aufgaben:

  • Orientierung geben: Ziele und Prioritäten klar formulieren und regelmäßig wiederholen – auch wenn es sich redundant anfühlt.
  • Rahmen schützen: Für Ressourcen, Fokuszeiten und realistische Fristen sorgen und das Team gegenüber Störungen von außen abschirmen.
  • Vorbild sein: Eigene Fehler zugeben, Feedback einholen, Zusagen einhalten.
  • Regeln einfordern: Verstöße freundlich, aber zeitnah ansprechen – sonst gelten Regeln schnell nur noch auf dem Papier.

Gleichzeitig sollte Führung nicht jede Schwierigkeit selbst lösen. Teams, die lernen, Konflikte und Abstimmungsfragen eigenständig zu klären, werden belastbarer. Eine sinnvolle Haltung ist: so viel Struktur wie nötig, so viel Selbstorganisation wie möglich. In welcher Phase ein Team mehr Anleitung und wann es mehr Freiraum braucht, hängt dabei auch vom Entwicklungsstand ab.

Für Führungskräfte, die neben dem Tagesgeschäft wenig Zeit haben, kann eine kurze Teambuilding Maßnahme pro Quartal plus ein jährlicher Workshop ein realistischer Rhythmus sein. Wichtig ist, dass jede Aktivität an eine der Regeln oder Säulen anknüpft – dann wird aus einem netten Ausflug ein Baustein der Teamentwicklung.

Häufige Fragen zu Regeln für gute Teamarbeit

Was sind die 10 goldenen Regeln der Teamarbeit?

Die 10 goldenen Regeln der Teamarbeit lauten: 1. ein gemeinsames Ziel klären, 2. Rollen und Verantwortungen festlegen, 3. offen und respektvoll kommunizieren, 4. aktiv zuhören, 5. Zusagen einhalten und so Vertrauen aufbauen, 6. Feedback geben und annehmen, 7. Konflikte früh und sachlich klären, 8. Wissen teilen, 9. Erfolge gemeinsam feiern und 10. die Zusammenarbeit regelmäßig reflektieren. Wirksam werden die Regeln erst, wenn das Team sie gemeinsam formuliert und im Alltag überprüft.

Was sind die 3 Säulen der Teamarbeit?

Die 3 Säulen der Teamarbeit sind Vertrauen, Kommunikation und ein gemeinsames Ziel. Vertrauen sorgt dafür, dass Fehler und Ideen offen angesprochen werden. Kommunikation macht Informationen, Erwartungen und Probleme sichtbar. Das gemeinsame Ziel gibt allen eine Richtung und hilft, Prioritäten zu setzen. Fehlt eine Säule, wird die Zusammenarbeit instabil.

Was macht erfolgreiche Teamarbeit aus?

Erfolgreiche Teamarbeit zeichnet sich durch ein klares, gemeinsam getragenes Ziel, eindeutige Rollen, verlässliche Absprachen und eine Atmosphäre aus, in der alle Fragen stellen, Fehler zugeben und widersprechen dürfen. Hinzu kommen regelmäßige Reflexion und eine Führungskraft, die Orientierung gibt und Hindernisse aus dem Weg räumt.

Was bedeutet psychologische Sicherheit im Team?

Psychologische Sicherheit beschreibt die gemeinsame Überzeugung im Team, dass man zwischenmenschliche Risiken eingehen kann, ohne dafür bloßgestellt oder bestraft zu werden – etwa eine Frage stellen, einen Fehler zugeben oder eine unbequeme Meinung äußern. Der Begriff wurde maßgeblich von der Harvard-Professorin Amy Edmondson geprägt.

Wie erstellt man eine Teamvereinbarung?

Eine Teamvereinbarung entsteht am besten in einem moderierten Termin von 60 bis 90 Minuten: Zuerst sammelt das Team gute und schlechte Erfahrungen aus der Zusammenarbeit, dann werden daraus konkrete, beobachtbare Regeln formuliert, gemeinsam priorisiert und auf fünf bis zehn Punkte reduziert. Die Vereinbarung wird sichtbar abgelegt und nach einigen Wochen überprüft und angepasst.

Was tun, wenn sich jemand nicht an die Teamregeln hält?

Sprechen Sie das Verhalten zeitnah, konkret und unter vier Augen an und beziehen Sie sich auf die gemeinsam beschlossene Vereinbarung statt auf persönliche Eigenschaften. Fragen Sie nach den Gründen – oft ist eine Regel unklar oder im Alltag nicht umsetzbar. Häufen sich Verstöße im ganzen Team, gehört die Vereinbarung selbst auf die Tagesordnung der nächsten Retrospektive.

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